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Quellenanalyse

In diesem Kapitel geht es nun um die Bestallung des Georg Schraub als Rat und Diener im Dienst von Erzbischof Berthold von Henneberg. Analysiert wird dafür das Revers (Antwortschreiben) von Georg Schraub an den Erzbischof, in dem Schraub den Erhalt jener Urkunde bestätigte, die den Arbeitsvertrag darstellte [21]. Schraub leitete das Revers mit der wiederkehrenden Floskel ein, dass «Ich Georg Schraub doctoren […] bekennen und thun kunt offentlich mit diesem Briff», dass der hochwürdigste Gottvater, Erzbischof und Kurfürst ihn, Schraub, «mit zweyen Pferden in siner Gnaden Dienst zu ihm bestallt hat.» Danach wiederholt Schraub in seinem Revers wörtlich («von Worten zu  Worten») den Inhalt «siner Gnaden Verschribung», also der Vertragsurkunde. Es wurde festgehalten, der Erzbischof hätte kund getan, dass «wir den ersamen unsern lieben getrewen Georgen Schrauben Doctoren etc. mit einem Knecht und zweyen Pferden» empfangen hätten zum Rat und Diener. Weiter wurde der Lohn festgesetzt auf 60 Gulden, «in yeder fronfasten [Vierteljahr] fünfzehen Gulden». Weiter wird festgehalten, der Rat und Diener habe «uffrichtig zu raten und zu dinen» sowie «Heymlichkeit zu ewigen Tagen» zu halten. Datiert ist das Revers auf den Dienstag nach dem Heiligen Ostertage 1485.

Das Schreiben ist in der Kanzleischrift des 15. Jahrhunderts verfasst. Es gilt in erster Linie zwischen den Vertragsparteien, also zwischen Georg Schraub und dem Erzbischof. Es hatte aber, so ist anzunehmen, auch gegenüber weiteren Amtspersonen Beweiskraft. Das Dokument ist Teil eines Einbandes (MIB 41), der sich im Staatsarchiv Würzburg befindet.

Für das Entziffern der Kanzleischrift wurde die Texterkennungsplattform Transkribus eingesetzt, und zwar das Modell Charter Scripts XIII-XV_M1. Dieses wurde basierend auf 938'325 Wörtern oder 55'401 Zeilen trainiert. Die CER (Caracter Error Rate) beträgt 7,82 Prozent (Trainingswert). Das Ergebnis war eine wertvolle Grundlage und Unterstützung, entband aber nicht von einem persönlichen Durchsehen des Quellentextes und einem Überarbeiten des Ergebnisses.

Als Hinweis genügen soll hier noch die Bemerkung, dass mit Unterstützung der web-basierten Forschungsumgebung Nodegoat Visualisierungen hätten vorgenommen werden können, indem zum Beispiel alle Lebens-, Studien- und Berufsstationen von Georg Schraub auf einer Karte dargestellt worden wären.

Referenz

[21] StA Wü, MIB 41, fol. 75v-76r.