Das Opfer des Kaspar Freuler
ein Ausstellungskonzept von Charlotte Schmidli und Leo Mader
„Sie ist vielmehr von jener Tragik umwittert [...]. Denn wenn seine Helden auch körperlich untergehen, sie werden in ihrer Niederlage, ja gerade durch ihre Niederlage Sieger! In Näfels zeugt bis auf den heutigen Tag der Palast Freulers von einem großsinnigen Menschen. Er wird seinen Namen tragen bis in die fernsten Tage, indessen die Namen all seiner Zeitgenossen verschollen sind.“ (Lang: Wiegand, S. 42)
Einige Eckdaten

Titel: Das Opfer des Kaspar Freuler
Autor: Carl Friedrich Wiegand
Datum: 1932
Ort: Frauenfeld / Leipzig
Gattung: Historischer Roman
Umfang: 348 Seiten
Digitale Chronologie: Entwirren von Fakten und Fiktion
Im Zentrum steht eine grossformatige Projektion beziehungsweise ein interaktiver Screen, womit eine digitale Chronologie zu Kaspar Freulers Leben dargestellt wird. Die Chronologie verbindet Inhalte aus historischen Quellen mit Szenen aus dem Roman „Das Opfer des Kaspar Freuler“. Dieses Medium macht sichtbar, wie sich Geschichte und Fiktion in der Erinnerungskultur überlagern.
Spezifisch zeigt die Chronologie zentrale Stationen in Freulers Leben auf und verweist dabei auf Leerstellen in der historischen Überlieferung. Dadurch kann grafisch aufgezeigt werden, wie der Roman diese faktischen Lücken mit Fiktion füllt. Die beiden Arten von „Geschichte“ werden als parallel verlaufende, aber klar abgegrenzte Spalten dargestellt. Beim Auswählen einzelner Lebensstationen auf dem Touchscreen würden sich Karten, Quellenausschnitte, Bilder oder kurze erklärende Texte öffnen. Anhand dieser Darstellungsform lässt sich die gesamte Ausstellung mit der historischen Erinnerung verknüpfen; auf die Arbeit anderer Gruppen wird direkt Bezug genommen. Zusätzlich können Besucher:innen Audiostationen aktivieren, wodurch ihnen vor allem „fiktive“ Schlüsselstellen im Roman vorgelesen werden. Aus Budgetgründen wurden diese Hörspielsequenzen mit KI erstellt, könnten in Zukunft aber von professionellen Synchronsprecher:innen eingesprochen werden. Inwiefern die Hörsequenzen mit atmosphärischen Bildern oder Animationen begleitet werden könnten, um die emotionale Wirkung der Erzählung zu stärken, steht noch offen. Die Chronologie ist als Prototyp in Omeka ersichtlich.
Ausstellungstext 1 - Die Chronologie
Unterwegs auf der Zeitlinie