Der Militärdolch, der Honigtopf, das vollständige Skelett eines Hundewelpen sowie die Unterkiefer von vier weiteren Welpen könnten im Rahmen einer rituellen Handlung (Blutopfer?) in einer Grube niedergelegt worden sein. Die Grube wurde bei Ausgrabungen 1974 im Münster entdeckt.
Im Umkreis der Strassenverzweigung südöstlich
des Münsterhügels stehen hauptsächlich in Fachwerkbauweise errichtete Gebäude mit angrenzenden Gärten und Hinterhöfen. Links im Bild liegt einer der Gräberbezirke an der Peripherie der Siedlung.
Der Gepäckanhänger kennzeichnete den Besitz eines römischen Soldaten, den die Inschrift nennt: T.TORI. Dies bedeutet entweder ‹Einheit des Torius› oder ‹Titus Torius›. Es handelt sich um den ersten namentlich bekannten Bewohner im Stadtgebiet des heutigen Basel.
Die Bestattungsformen in der jüngeren Latènezeit waren sehr facettenreich. Neben Körperbestattungen in den Gräberfeldern kamen in der Siedlung regelmässig auch menschliche Knochen zum Vorschein. Selten fanden sich Bestattungen in Siedlungsgruben wie die hier rekonstruierte Bestattung zweier Männer. Ihnen waren unter anderem eine Geldbörse und ein Münzstempel mitgegeben worden. Beide Individuen zeigen Spuren vermutlich tödlicher Gewalt.
Das Bild zeigt, wie man sich das Leben in der Siedlung vorstellen kann: Die Häuser aus Holz und Lehm hatten Dächer aus organischen Materialien wie Schindeln oder Stroh. Zwischen ihnen befanden sich Gärten und Tierpferche. In grossen Gruben wurden Vorräte wie Getreide eingelagert. Gräben begrenzten die Areale, künstliche Kanäle führten aber auch fliessendes Wasser zu.
Fibeln dienten zum Verschliessen der Kleidung. Sie waren starken Modeströmungen unterworfen, sodass sie sich anhand ihrer Form gut datieren lassen. Aus Basel sind sowohl Exemplare aus der Hallstatt- und Frühlatènezeit (oben) als auch aus der Spätlatènezeit (unten) bekannt (je An- und Aufsicht). Die beiden kleineren Beispiele in der unteren Reihe stammen aus dem oppidum auf dem Münsterhügel
Nachdem 1971 beim Bau der Turnhalle an der Rittergasse die keltische Befestigungsanlage entdeckt worden war, wurden im gegenüberliegenden Schulhof weitere Ausgrabungen durchgeführt. Die Steine im Vordergrund gehören zur Trockenmauer der Wallanlage, während sich im Hintergrund die Reste der vermoderten Holzbalken im Sediment abzeichnen.
Die Fundstelle Basel-Gasfabrik datiert ins 2.Jahrhundert v. Chr., das befestigte oppidum auf dem Münsterhügel ins 1.Jahrhundert v. Chr. Weitere Fundstellen der jüngeren Latènezeit befinden sich im Klybeck (1) und am Petersberg (2). Der eisenzeitliche Verlauf der Wiese lässt sich nur ungenau rekonstruieren. Direkt nördlich angrenzend an die Siedlung Basel-Gasfabrik fanden sich zwei spätlatène-zeitliche Gräberfelder (A und B) sowie wenige hundert Meter rheinabwärts der sogenannte Goldfund von Saint-Louis.
Ähnlichkeiten in der materiellen Kultur liessen Grösste Ausdehnung der Latènekultur Archäolog:innen einen gemeinsamen latènezeitlichen Kulturraum rekonstruieren, der West- bis Osteuropa vom 4. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. prägte. Dennoch weist jedes Gebiet regionalspezifische Besonderheiten auf.
Die erste befestigte Siedlung Basels befand sich auf dem Martinskirchsporn. Die natürliche Lage bot Schutz gegen Osten, Westen und Norden, im Süden sicherten zwei Gräben und ein Wall mit Palisade den Ort.
Das Messer wurde in der spätbronzezeitlichen Siedlungsschicht von Basel Gasfabrik gefunden. Es besitzt eine für die diese Zeit typische Form. Der als Menschenkopf ausgestaltete Griffknauf ist jedoch in der Schweiz einzigartig. In Südskandinavien und Norddeutschland sind vergleichbare Stücke häufig gefunden worden. Das Objekt dürfte als Handelsware über den Rhein nach Basel gelangt sein.
Beide Gefässe wurden 2018 in der Siedlung Riehen-Haselrain entdeckt. Das Vorratsgefäss war neben einem Gebäude eingegraben. Die Haube, die zum Backen oder Warmhalten von Speisen diente, hatte man sorgsam in einer Grube mit weiteren Keramikbruchstücken deponiert.
Grabungsplan mit rekonstruierten Baustrukturen (Siedlungsphasen 1–3) der bronzezeitlichen Siedlung in RiehenHaselrain. Die Siedlung wurde auf dem Schwemmfächer eines Baches am Hangfuss angelegt. Systematische archäologische Prospektionen an ähnlichen Lagen erlaubten die Entdeckung weiterer Fundstellen in Riehen.
Bereits 1858 wurde das bronzezeitliche Depot beim heutigen Bahnhof SBB gefunden. In zwei Keramikgefässen waren Beile, Sicheln, Lanzenspitzen, Arm- und Beinringe vermutlich rituell niedergelegt worden.
Die Armschutzplatte aus schieferartigem Gestein wurde 1938 in einem rund 4300 Jahre alten Grab auf dem Gebiet des heutigen Friedhofs am Hörnli
entdeckt. Sie diente zum Schutz der Innenseite des Unterarms beim Bogenschiessen.
Doppeläxte wie diese vom Hafenbecken 2 dienten in der Jungsteinzeit als Waffe. Der 120 Zentimeter lange, mit einem Birkenrindenband umwickelte Eschenholm ist nach einem Originalfund von Cham-Eslen ergänzt.
Mit der Neolithisierung kam die Landwirtschaft aus Südwestasien nach Europa. Auch an den Lösshängen von Riehen oder auf dem Bruderholz dürften Tiere geweidet haben.
Die Neolithisierung breitete sich von Vorderasien nach Mitteleuropa aus, zuerst über das heutige Griechenland und das westliche Mittelmeer und wenig später über den Balkan und die Donau.
Aus Feuerstein fertigten die Menschen des Mesolithikums Geschossspitzen an, die sie in Holz- und Geweihschäften fixierten. Die Mikrolithen wurden um 7500 v. Chr. in einem Jagdlager auf der Flur Rütihard bei Muttenz liegen gelassen.
Die Kalksteine sind vermutlich in rituellem Zusammenhang einseitig, teilweise auch beidseitig, streifenartig mit Hämatit, einem eisenhaltigen Mineral,rot bemalt worden.
Im späteren Mittelpaläolithikum herrschten in der Region Basel ähnliche Umweltbedingungen wie heute in Alaska: Höhlenhyänen, Mammute, Riesenhirsche und grosse Wildtierherden durchstreiften die Landschaft am mäandrierenden Rhein. Neandertaler machten Jagd auf diese Tiere.
Das spitz zugeschlagene Werkzeug aus einem Quarzitgeröll wurde vom Archäologen Ingmar M.Braun auf einem Feld bei Bettingen gefunden. Neandertaler benutzten derartige Werkzeuge für mannigfaltige Arbeiten wie zum Beispiel das Spalten von Knochen.